Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Hunde werden überraschend schnell stubenrein – denn der Instinkt, das eigene Zuhause nicht als Toilette zu nutzen, ist bei Hunden tief verwurzelt. Mit etwas Geduld und den richtigen Maßnahmen klappt es in der Regel schneller als erwartet.

Was du bedenken solltest: Hunde aus Rumänien und Ungarn kennen das Leben im Haus oft nicht und damit auch keine Stubenreinheit im klassischen Sinne. Das bedeutet nicht, dass sie es nicht lernen können – sie brauchen nur etwas Zeit und klare Orientierung.

Die ersten Tage

Direkt nach der Ankunft sollte man genau abwägen, ob ein Spaziergang schon möglich ist – die Gefahr, dass ein verängstigter Hund entläuft, ist in dieser Phase besonders groß. Auch selbstbewusste Hunde tun sich vor a llem in den ersten Tagen in der neuen Umgebung manchmal schwer sich draußen zu lösen. Alles ist neu & spannend, da fällt es dem ein oder anderen schwer einen geeigneten Platz zu finden. Oft ist es drinnen ruhiger und schneller vertraut, weshalb es passieren kann, dass in den Tagen nach der Ankunft die ersten Geschäfte drinnen verrichtet werden. Hier haben wir euch einmal ein paar Tipps zusammengefasst, wie ihr die erste Zeit am effektivsten gestalten solltet:

  • Teppiche vorab wegräumen – Auch ein Teppich oder eine Fußmatte wird gerne zum Verrichten des Geschäfts genommen. Daher sollten diese im besten Fall vor Ankunft des Hundes weggeräumt werden. Hab zur Not auch ein paar Hygieneunterlagen parat, falls ein Spaziergang am Anfang nicht möglich ist.
  • Feste Routinen sind das A und O – Routinen geben deinem Hund Sicherheit und helfen ihm zu verstehen, was du erwartest. Geh regelmäßig raus: nach dem Schlafen, Fressen, Spielen & anfangs lieber alle 2–3 Stunden. Suche auch immer die gleiche Stelle draußen auf.
  • Auf Körpersprache achten – Typische Anzeichen sind unruhiges Umherlaufen, Schnüffeln am Boden & im Kreis drehen. Geh dann am besten direkt mit deinem Hund raus.
  • Anfangs Bereich begrenzen – Weniger Fläche = weniger „Unfallstellen“. Lass deinen Hund nicht direkt überall hin. Starte mit einem Raum oder kleinen Bereich, den du gut im Blick behalten kannst.
  • Keine Strafen bei Unfällen, die du erst später bemerkst – Strafe führt oft zu Angst und dein Hund versteht nicht warum, wenn der Vorfall nicht unmittelbar passiert ist. Mach die Stelle einfach kommentarlos sauber.
  • Gerüche gründlich entfernen – Geruch = Einladung, wieder dort zu machen. Nutze Enzymreiniger, keine normalen Reiniger, sonst nutzt der Hund die Stelle weiterhin. Normale Haushaltsreiniger überdecken den Geruch für den Menschen, nicht aber für den Hund.
  • Erfolgserlebnisse angemessen loben – Sobald der Hund draußen macht: loben oder belohnen, aber angemessen! Ist dein Hund eher unsicher solltest du nicht laut rufen sondern eher ruhig agieren, um den Vorgang positiv zu verknüpfen und deinen Hund nicht zu verschrecken.

Draußen: Schritt für Schritt

Wenn die ersten Spaziergänge beginnen, gilt: kurze Runden, ruhige Orte, immer die gleiche Strecke. Gerade am Anfang hilft Routine enorm – der Hund lernt, wo er ist, und gewinnt langsam Sicherheit.

  • Der richtige Untergrund – Wiesen werden von den meisten Hunden als Untergrund zum Lösen bevorzugt. Manche Hunde lösen sich aber auch lieber auf sandigem, erdigem Untergrund. Daher sollten die ersten kleinen Runden auf jeden Fall zu einer natürlichen, nicht asphaltierten (Grün-)Fläche führen.
  • Nicht wundern, wenn es draußen nicht klappt – Es ist völlig normal, dass sich ein Hund am Anfang draußen nicht traut zu lösen. Er nimmt dort viele fremde Gerüche wahr – auch von anderen Tieren – und ist dadurch verunsichert. Ruhige, wenig frequentierte Orte können helfen, dass dein Hund weniger abgelenkt und entspannter ist. Und falls es bei den ersten Malen nicht klappt, keine Sorge! Vielleicht klappt es ja bei der nächsten Gassirunde.
  • Gleiche Routen – Zu Beginn solltest du mit deinem Hund immer dieselbe Strecke laufen. Das gibt Sicherheit und setzt deinen Hund nicht jedes Mal einer komplett neuen Umgebung aus. Geh am Anfang immer dieselbe kleine Runde, bis dein Hund einigermaßen sicher und entspannt wirkt und zuverlässig sein Geschäft draußen verrichtet. Dann kannst du eure Runden langsam erweitern & auch mal andere Wege einschlagen.

Tipp: Wenn der Hund drinnen auf einer Unterlage sein Geschäft gemacht hat, kannst du diese Unterlage mit nach draußen nehmen und ins Gras reiben oder dort hinlegen. So versteht der Hund ggf. schneller, dass er genau dort draußen hingehen soll.

Wenn es länger dauert

Manche Hunde brauchen einfach mehr Zeit – das ist kein Versagen, sondern normal. Wir hatten schon Hunde, die sich 2 Tage lang nicht lösen konnten. An Tag 3 landete dann ein riesiger Bach und Haufen in einer ruhigen Ecke der Wohnung. Wichtig ist, dass du nicht mit ihm schimpfst oder den Hund bestrafst, wenn ein Missgeschick passiert – vor allem dann nicht, wenn du ihn nicht dabei beobachtet hast. Der Hund versteht den Zusammenhang nicht (max. in dem Moment oder bis zu 2 Sekunden danach) und wird dadurch nur verunsicherter. Besser: ruhig bleiben, sauber machen und beim nächsten Mal aufmerksamer beobachten, wann der Hund Anzeichen zeigt (schnüffeln, im Kreis drehen, unruhig werden) – und dann schnell nach draußen.

Hier gilt: Geduld & Aufmerksamkeit! Sollte dein adulter Hunde über mehrere Wochen nicht stubenrein werden oder übermäßig viel/wenig Kot & Urin verlieren/absetzen, empfehlen wir den Gang zum Tierarzt.