Vor der Ankunft deines Hundes stellt sich die Frage: Was brauche ich wirklich? Die Antwort: gar nicht so viel. Wir haben die wichtigsten Dinge für dich zusammengestellt – unterteilt in Must-haves für die ersten Tage und optionale Ergänzungen, die den Start gegebenenfalls erleichtern können.
Was du bedenken solltest: Viele Hunde aus Rumänien und Ungarn kennen Dinge wie ein Körbchen, Spielzeug oder eine Leine noch kaum oder gar nicht. Es kann daher am Anfang schon mal vorkommen, dass etwas angeknabbert oder das neue Körbchen als Toilette zweckentfremdet wird. Starte deshalb lieber einfach und günstig – und ergänze nach und nach, wenn ihr euch besser kennt und du weißt, was zu euch passt.
Must-haves
Das sollte am Tag der Ankunft bereitstehen:
- Transportbox – für die Abholung unverzichtbar! Wir empfehlen eine Box aus Hartplastik oder Metall: ausbruchssicher und leicht zu reinigen. Als Maßstab solltest du etwa 15-20cm auf die angegebene Schulterhöhe draufrechnen, um die optimale Höhe der Box zu erschließen.
- Zwei Leinen – für die Doppelsicherung erforderlich. Du benötigst eine kürzere Führleine und eine längere Leine, die bequem am Körper befestigt werden kann. Bitte nutzt keine Flexileine! Warum erklären wir euch hier.
- Näpfe – je einen für Wasser und Futter. Hier ist das Modell egal, wir empfehlen aber Keramiknäpfe, da diese am hypienischsten sind und von den meisten Hunden eher akzeptiert werden. Metallnäpfe geben bei Berührung manchmal unangenehme Geräusche von sich, welche vor allem unsichere Hunde schnell erschrecken.
- Schlafplatz – ein Körbchen, eine Decke oder ein Kissen als erster Ruheplatz. Nutzt gern auch die Transportbox als sicheren Rückzugsort, wenn der Hund diese gut annimmt.
- Futter – für die ersten Tage. Hilfreiche Tipps zur Futterwahl findest du im Beitrag zum Thema Futter.
- Leckerlis – hilfreich für die erste Kontaktaufnahme und den Vertrauensaufbau. Nutzt dabei am besten die selbe Proteinquelle, wie auch beim Futter.
- Kotbeutel – für das Aufsammeln des Kots bei euren ersten Spaziergängen.
- Hundeshampoo – manche Hunde haben nach dem Transport verschmutztes Fell, teils mit Urin- oder Kotresten. Manchmal lässt sich daher ein Bad in der ersten Woche nicht vermeiden. Wichtig: bitte überfordert die Hunde nicht direkt am ersten oder zweiten Tag, außer es ist absolut notwendig! Manchmal reicht auch das „streicheln“ mit einem feuchten oder nassen Handtuch, um erste Verschmutzungen zu entfernen.
- Hygieneunterlagen – ideal für die Transportbox oder auch für die ersten Tage bei sehr unsicheren Hunden, wo ein Spaziergang noch zu überfordernd wäre, oder Welpen. Unterlagen aus der Drogerie (für Kinder oder Inkontinenz) sind häufig günstiger und größer als Produkte aus dem Tierbedarf.
- ggf. Halsband – wird für die Doppelsicherung benötigt. Das Sicherheitsgeschirr wird von unserem Verein gestellt. Bitte bedenkt, dass die Führleine, auf welcher ggf. Druck ausgeübt wird, lieber am Geschirr befestigt werden sollte, um die sensible Halspartie zu schonen. Bei sehr kleinen oder gesundheitlich vorbelasteten Hunden sollte ggf. das Halsband weggelassen & eine Doppelsicherung nur am Geschirr mit 2 Leinen durchgeführt werden.
Optional & hilfreich
Diese Dinge sind nicht zwingend für alle Hunde nötig, können aber eventuell den Start erleichtern oder für deinen neuen Vierbeiner notwendig werden:
- Spielzeug – viele Hunde können anfangs nichts mit Spielzeug anfangen, weil sie es schlichtweg nicht kennen – es anzubieten kann trotzdem nicht schaden. Besonders gut geeignet sind Futterspielzeuge (z. B. ein Kong): Das Futter macht den Nutzen des Spielzeugs sofort klar, die Hunde sind beschäftigt und das Spielzeug lässt sich später auch prima für das Training zum Alleine-Bleiben nutzen.
- Kauartikel & Schleckmatte – kann bei Anspannung und Unruhe helfen. Wichtig: Kauartikel sollten nicht zu hart sein. Zudem sollte man keine splitternden Knochen geben und den Kausnack auf die Größe des Hundes abstimmen, damit kein Verschlucken möglich ist. Auf einer Schleckmatte kann man z.B. problemlos Nassfutter verteilen.
- Bürste / Schere – besonders bei langhaarigen Hunden zur ersten Fellpflege sinnvoll. Einen gesonderten Beitrag zur Spitzfellpflege findet ihr hier. Grundsätzlich solltet ihr euch vorab informieren, welche Art Bürste/Kamm für die spezielle Fellstruktur eures Hundes empfohlen wird (langes, doppeltes Fell: z.B. Zupfbürste & Kamm / kurzes Fell: z.B. Furminator oder Tangle Teezer). Eine Schere kann nötig sein, um verfilzte Stellen herauszuschneiden. Es empfiehlt sich die Verwendung einer Schere, die für das Schneiden von Fell oder Haaren geeignet ist.
- Maulkorb – besonders relevant, wenn Beißverhalten bekannt ist oder der Hund aus Angst zum Schnappen neigt. Ein Maulkorb sollte immer über gezieltes Training aufgebaut & im Idealfall nicht einfach so angelegt werden. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Thema Maulkorb.
- Absperrgitter – sinnvoll, wenn bestimmte Bereiche der Wohnung anfangs nicht zugänglich sein sollen oder wenn bereits ein anderes Tier im Haushalt lebt.
Kurz zusammengefasst
Wie du siehst, braucht es für den Anfang gar nicht so viel. Hol dir zunächst die Must-haves – alles andere kannst du nach und nach ergänzen, wenn du weißt, was dein Hund wirklich braucht. Alte Decken oder Handtücher tun es als erster Schlafplatz oder Unterlage in der Transportbox übrigens genauso gut wie ein nagelneues Körbchen.
Es lohnt sich auch, kurz in der Familie oder im Freundeskreis herumzufragen – wer einen Hund hat oder hatte, findet oft noch ein altes Körbchen, eine Leine oder andere Dinge, die noch gut zu gebrauchen sind.