DER HUND IST DA – UNSER LEBEN MIT LEIA

17.08.2020 – Auszug aus dem Blog Herbstlaubliebe

Heute vor vier Monaten ist Leia bei uns eingezogen. Seit dem war es auf diesem Blog auch sehr still. Das liegt zum einen an der Pandemie, zum anderen aber auch daran, dass wir uns an das Leben mit Hund erstmal gewöhnen mussten. Wie es uns in den letzten Monaten ergangen ist, wie Leia sich eingelebt hat, und warum wir immer eine Fusselbürste zur Hand haben, erzähl ich euch in diesem Blogbeitrag.

Aber mal von vorne: Als Leia im April einzog, war alles neu, alles aufregend und alles dramatisch. Wir haben uns zwar viel mit der Hundeerziehung beschäftigt, aber das lebende Tier vor einem zu haben, ist doch nochmal was ganz anderes.

Unsere erste Reaktion auf Leia war übrigens „Oh nein, wie klein sie ist!!“. Wir hatten sie uns nämlich ein bisschen größer vorgestellt – außerdem war sie einfach super zusammengekauert von einer langen Fahrt ins Unbekannte. Inzwischen steht fest: Leia hat die perfekte Größe und das perfekte Gewicht! Vor allem praktisch, wenn sie mal im Treppenhaus bockt und wir sie hochtragen müssen. Oder wenn wir sie nach einem Albtraum in unser Bettchen heben.

Die ersten Tage hat Leia in unserem Bett gelebt. Während ich im Arbeitszimmer arbeitete, hat sie sich eingekuschelt, viel geschlafen, und kam erst runter, als Tobias von der Arbeit heim kam. Sie war keine Leine gewohnt, kein Gassi gehen und schon gar kein Spielzeug. Inzwischen ist sie fast stubenrein, schläft viel lieber auf dem Boden als in unserem Bett und läuft sehr gut an der Leine. Spielzeug ist ihr immer noch nicht ganz geheuer – aber das wird sich wahrscheinlich auch nicht mehr ändern. Sie ist schon ein erwachsener Hund, der Spielen nie gelernt hat. Aber warum Spielzeug nutzen, wenn man auch Socken durch die Wohnung werfen kann? haha.

Eine haarige Angelegenheit

Etwa Ende Mai war dann die ganze Wohnung voller Fell. Leia war im Fellwechsel! Denn durch die Futterumstellung hat sie viel altes, stumpfes Fell abgeworfen. Dafür kam eine Menge sehr weiches, flauschiges Fell nach. Inzwischen streicheln wir sie NOCH lieber als am Anfang! Leider lief der Fellwechsel Hand in Hand mit unserer allerersten Flohplage. Und eine Zecke hatte Leia dann auch noch. Ihr könnt euch vorstellen: Das bedeutete ein paar haarige Wochen für uns. Inzwischen ist sie floh- und zeckenfrei und auch das Fell ist super weich.

Leia lernt schnell

Die ersten Wochen haben wir durchgängig mit ihr geübt. Sitz, Platz, Bleib, Stups, Decke… Die Grundkommandos klappten nach einer Weile. Dabei haben wir auch fleißig Leckerlis getestet. Leberwurst und Wiener Würstchen sind hoch im Rennen, aber auch Käse ist sehr begehrt! Ihr absolutes Lieblingsessen ist aber: PIZZARAND! Dafür spielt sie gerne mal ihr ganzes Programm ab.

Das Kommando, welches auch jetzt immer noch am schwierigsten fällt, ist ‚Bleib‘. Zunächst tat sie sich suuuuper schwer damit, im Platz zu bleiben, während wir auch nur einen Schritt von ihr weggingen. Inzwischen können wir sogar aus dem Raum und kurz aus ihrem Sichtfeld gehen. Das hat auf jeden Fall noch ein bisschen Verbesserungspotenzial nach oben, aber Leia ist da schon sehr weit gekommen! Es ist echt schön, zu sehen, wie es fast täglich besser wird.

Leia und die Hundeschule

Für alles, was bei uns nicht so klappt, geht es seit Juni in die Hundeschule. Dort hat Leia zum einen ein paar Hundefreunde kennen gelernt, so dass sie mehr aus sich rauskommt. Zum anderen ist unsere Hundetrainerin immer für Fragen offen und wir lernen viele nützliche Übungen, die Zusammenleben mit Hund erleichtern.

Wie bereits gesagt: Leia ist schon ein ausgewachsener Hund und lernt viele Sachen nicht so einfach wie ein Welpe. Aber sie ist neugierig und lernt gerne (für Snacks). Außer, sie hat mal keine Lust. Dann kommt der Spitz’sche Dickkopf durch und sie setzt sich einfach hin. Ihren großen Augen kann man aber echt nicht böse sein.

Leia und andere Hunde

Am Anfang dachten wir, unser Hund kann gar nicht bellen. Haha, da lagen wir sehr falsch! Denn je wohler sie sich bei uns fühlt, um so mehr kommt der Spitz raus! Spitze sind territorial und schlagen gerne an. Und auch Leia bellt, wenn Hunde, die sie nicht mag, in die Nähe der Wohnung kommen. Das finden wir gar nicht schlimm, denn schließlich ist sie ja ein Wachhund. Auf der Straße bellt sie auch gerne Hunde an. Vor allem kleine Terrier mag sie nicht.

Aber es gibt auch viele süße Hunde, die sie mag.
Kuro zum Beispiel, der Shiba von meiner Cousine und ihrem Freund! Die beiden gehen gerne auf entspannte Wandertouren, sie sind nämlich beide sehr relaxed und ruhig. Und auch Annie mag Leia gerne – solange Annie sie in unserer Wohnung nicht anzickt. Draußen verstehen die beiden sich sehr gut! Wir gehen öfter mit Leia zur Hundewiese am Kemnader See, dort schnuppert sie auch vorsichtig an anderen Hunden. Zum Spielen fordert sie andere Hunde nicht auf – sie kennt das nämlich gar nicht! Das hat sie bis jetzt zwei Mal gemacht und sich über sich selbst so erschreckt, dass beide Hunde danach total verwirrt waren.

Nichts ist perfekt

Leia hat zum ersten Mal ein kleines Rudel ganz für sich. Sie bekommt sehr leckeres Futter, ganz viel Aufmerksamkeit, Bellyrubs und viel Auslauf. Wir geben ihr viel Ruhe, damit sie vernünftig bei uns ankommt, trainieren viel mit ihr, damit sie Auslastung hat und spazieren sehr viel. Das findet Leia alles wunderbar!

Aber Leia muss auch lernen, in einer Wohnung zu leben. Und, dass sie nicht immer Pinkeln kann, wann sie möchte. Das mit der Stubenreinheit wird immer, immer besser, aber so ganz hat sie es noch nicht raus. Auch hat sie – wahrscheinlich durch lange Käfighaltung – wohl ein leichtes Deprivationssyndrom (Hospitalismus). Das heißt, dass sie in Stresssituationen oder bei Langeweile schnell ins Kreiseln verfällt. Dann läuft sie in einem mittleren Tempo Kreise in unserem Wohnzimmer. Inzwischen wissen wir, worauf wir achten müssen. Und mit Kommandos arbeiten wir dagegen, um sie aus ihrem Stress rauszubrechen. Es wird auch immer besser!

Leia bleibt auch nicht gern alleine. Das reicht schon in der Wohnung, wenn die Tür zum Arbeitszimmer zu ist, und sie nicht zu mir kann. Deswegen müssen wir das Allein-zuhause-bleiben besonders trainieren – leider kamen wir da bis heute noch nicht wirklich zu. Denn Home Office und Covid-19 sind nicht die perfekten Bedingungen dafür. Das wollen wir aber definitiv in Angriff nehmen!

Leia und Fotos

Leia ist super fotogen, findet ihr nicht auch? Sie ist echt eine süße Maus und für Pizzarand posiert sie auch sehr fein! Ich hatte bis jetzt noch keine Erfahrungen in der Tierfotografie und lerne viel! Zum Beispiel: Viel Geduld ist wichtig. Und ein rascher Finger auf dem Auslöser. Denn Hunde sind viel fixer als Menschen und halten Posen nicht so gern. Aber es macht mir super viel Spaß, Bilder zu machen und zu bearbeiten. Auf Leais Instagram Account findet ihr deswegen ganz viele Bilder von der Süßen!

Leben mit Hund

Natürlich gibt es immer was zu meckern, aber am Ende sind wir sehr froh darüber, dass Leia unser Leben bereichert! Wir bewegen uns mehr und sehen mehr von der Gegend. Wir lernen, auf ein Lebewesen einzugehen. Und wir lernen, viel Geduld zu haben.

Unsere Wohnung ist gespickt mit Hundedecken, Fressnapf und Haaren und wir haben ein neues Auto gekauft, damit Leia auch im Sommer dank Klimaanlage nicht leiden muss. Auch unser Tagesablauf ist nun viel routinierter. Denn die Gassirunden versuchen wir so regelmäßig wie möglich zu halten.

Und all das ist es wert, wenn morgens neben uns ein kleiner, weicher Fellball schlummert. Oder Leia sich in meine Arme wuselt, wenn es mir nicht gut geht. Oder sie mit großen, hübschen Augen nach Snacks bettelt.

Ich freue mich auf viele weitere Monate und Jahre mit Leia! <3