Ein Parasitenbefall tritt nicht nur bei Auslandshunden auf. Ein Hund kann sich über verschiedenste Wege Parasiten einfangen, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit bei ungenügender Pflege natürlich höher. Tierschutzhunde leben oft in größeren Gruppen mit relativ wenig Menschenkontakt, wo ein Befall meist spät oder selten auch gar nicht erkannt wird. Unsere Betreuer & Tierschützer vor Ort geben aber natürlich ihr bestes ein Auge auf mögliche Symptome zu haben. Wir möchten euch hier eine kleine Übersicht über mögliche Parasiten, mit denen sich euer Schützling infiziert haben könnte oder generell infizieren kann, geben.

Hinweis: Diese Seite ist rein informativ! Das bedeutet nicht, dass euer Schützling irgendeine dieser Parasiten garantiert mitbringen wird.

 

Endoparasiten: Würmer und Einzeller, die in inneren Organen wie Darm, Lunge oder Herz leben.

Durchfall, Giardien & Co.

Durchfall ist ein häufiges Symptom, welches der neue Schützling in den ersten Tagen und Wochen nach seiner Ankunft, aufweisen kann. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich, in den meisten Fällen ist es jedoch bedingt durch den Stress oder die Futterumstellung. Wir empfehlen daher gerade in den ersten Tagen Schonkost und Morosuppe für den Vierbeiner parat zu haben und den Hund nach Möglichkeit nicht direkt mit Leckerchen und Kauartikeln jeglicher Art zu überschütten, sollten Durchfallerscheinungen auftreten.

Die Hunde werden vor der Ausreise entwurmt, doch nicht jedes Entwurmungsmittel tötet alle Parasiten. Gerade Giardien brauchen eine längere und spezielle Behandlung, sodass der ein oder andere Hund die fiesen Mitbewohner mitbringen kann. Giardien (Giardia intestinalis) sind mikroskopisch kleine, einzellige Parasiten, die sich an die Darmwand des Dünndarms anheften und dort die regulären Verdauungsvorgänge der Tiere stören. Da wir alle Hunde vor Ausreise auf Giardien testen, können schon im Vorfeld Maßnahmen getroffen werden und die Behandlung beginnt oft schon vor der Ausreise. Dennoch möchten wir Euch einige Tipps rund um das Thema Giardien mit auf den Weg geben.

Zuallererst: Nicht nur Auslandshunde können Giardien haben. Giardien befinden sich praktisch überall in unserer Umwelt (gerade dort, wo viele Hunde unterwegs sind) und können jederzeit von unseren Vierbeinern aufgenommen werden. Gerade Welpen und Hunde mit einem schwachen Immunsystem infizieren sich wesentlich schneller als gesunde, erwachsene Hunde. Das Alter und die Aktivität des Immunsystems sind zudem entscheidende Faktoren, ob Krankheitssymptome auftreten und in welcher Stärke. Es kann also sein, dass sich etwaig vorhandene Ersthunde auch mit Giardien anstecken können, weswegen viele Tierärzte dazu raten, alle Hunde zusammen zu behandeln. Wir empfehlen bei einer nachgewiesenen Infektion euren Tierarzt zu Rate zu ziehen.

Die typischen Anzeichen einer Giardien-Infektion sind starker, immer wiederkehrender, übelriechender, teilweise blutiger, breiig bis wässriger Durchfall. Oft ist der Kot schleimig und gelblich. Infizierte Hunde erhalten über drei bis fünf Tage einmal täglich eine ihrem Körpergewicht entsprechende Dosierung eines Tierarzneimittels mit dem Wirkstoff Fenbendazol. Ca. eine Woche nach dieser Behandlung sollte eine erneute Untersuchung des Tieres stattfinden und bei fortbestehenden Symptomen UND erneutem Erregernachweis erneut behandelt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit einer über fünf bis sieben Tage zweimal täglich durchgeführten Behandlung mit Metronidazol. Auch hier kann es erforderlich sein, die Behandlung ebenfalls nach einer Woche zu wiederholen. Zudem sollte der Hund während der Behandlung wenig bis keine Kohlenhydrate fressen, es empfiehlt sich daher für den Hund zu kochen oder ein geeignetes Nassfutter zu geben.

Die ESCCAP Experten listen in ihrem 2017 aktualisierten Leitfaden zur “Hygienemaßnahmen bei Giardien” folgende Tipps auf:

  • Aufsammeln von Kot und Entfernung des Kotes im geschlossenen Plastikbeutel über den Hausmüll
  • Gründliche Reinigung aller durch Kot kontaminierten Oberflächen (Böden)
  • Desinfektion aller Flächen oder Gegenstände mit geeigneten Desinfektionsmitteln
  • Futter- und Trinkgefäße täglich mit kochendem Wasser säubern oder bei > 65 °C in der Spülmaschine reinigen
  • Decken, Kissen und Spielzeuge heiß waschen (> 65 °C ). Nicht waschbare aber möglicherweise kontaminierte Textilien über den Hausmüll entfernen
  • Hunde gründlich baden und shampoonieren, um sie von anhaftenden Kotresten zu säubern, ggf. lange Haare im Analbereich kürzen
  • Auf Hygiene achten, insbesondere bei immungeschwächten Personen und Kleinkindern; nach dem Umgang mit Hund und Katze die Hände waschen (Grundsätzlich sind Giardien nicht auf den Menschen übertragbar, es gibt jedoch seltene Genotypen, die auch für den Menschen infektiös sind)

Mit der medikamentösen Behandlung und Einhaltung der Hygienemaßnahmen hat man die lästigen Parasiten zügig im Griff. Danach sollte der Darm des Hundes mit geeigneten Präbiotika und Probiotika aufgebaut werden und auch das Immunsystem sollte gestärkt werden. Wir empfehlen in jedem Fall die fachmännische Beratung durch einen Tierarzt und Ernährungsberater.

 

Würmer
(Quelle: https://www.anicura.de/wissensbank/hunde/parasiten-hund/)

Spul-, Haken-, Band- und Peitschenwürmer parasitieren im Dünn- oder Dickdarm der Hunde. Für erwachsene Tiere sind sie meist unproblematisch. Gerade Welpen leiden bei stärkerem Befall unter Durchfällen und Abmagerung. Neben der oralen Aufnahme der Eier oder Larven können z.B. Spulwürmer auch in der Gebärmutter oder mit der Muttermilch von der Hündin auf die Welpen übertragen werden. Letzteres gilt auch für Hakenwürmer, der Hund kann sich mit ihnen zusätzlich über die Haut infizieren, die manche Arten aktiv durchbohren können.

Würmer sind aber nicht nur Darmparasiten beim Hund: Lungenwürmer des Hundes leben und vermehren sich in der Lunge. Ihre Larven werden hochgehustet, geschluckt und mit dem Kot ausgeschieden. Sie verursachen Husten und Fieber und sind besonders gefährlich für Jungtiere. Hunde infizieren sich oft beim Trinken aus Pfützen oder nicht-fließenden Gewässern. Achtet also besonders bei Spaziergängen auf eure Hunde.

Herzwürmer parasitieren im Herzen und den Lungenarterien. Einen ausführlichen Beitrag zu Herzwürmern findet ihr hier.

Wir empfehlen auch hier in jedem Fall die fachmännische Beratung durch einen Tierarzt und Ernährungsberater. Bitte checkt vor jeglicher Behandlung den Pass eurer Hunde: dort sind die bisherigen Behandlungen auch vermerkt. Kurz nach der Ankunft besteht bei den meisten Hunden noch ein vorhandener Schutz. Trotzdem ist dies keine Gewähr. Wir würden in jedem Fall von einer doppelten Verabreichung (Entwurmungsmittel, etc.) abraten, da dies schwere gesundheitliche Folgen für den Hund haben kann! Ihr könnt den Hund jederzeit mittels Kotprobe auf Würmer testen.

 

Ektoparasiten: Milben, Flöhe, Zecken etc., die auf der Körperoberfläche parasitieren.
(Quelle: https://www.anicura.de/wissensbank/hunde/parasiten-hund/)

Zecken saugen zwar Blut, sind aber vor allem wichtig als Überträger von z.B. Babesien, Anaplasmen und Borrelien (Zeckenkrankheiten) und sollten daher immer schnell entfernt werden. Sie halten sich in Gras, Büschen und Unterholz auf.

Milben verursachen starken Juckreiz, stumpfes Fell und Schuppen. Manche sind sehr ansteckend von Hund zu Hund oder über z.B. Decken und Bürsten. Das Krankheitsbild ähnelt bisweilen dem der Atopischen Dermatitis. 

Eine spezielle Erkrankung ist die Demodikose: Demodex-Milben leben in den Haarbälgen gesunder Hunde. Wie es zu der Erkrankung kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Als gesichert gilt: Bei einer Immunschwäche (durch andere Erkrankungen, Stress) kommt es zur massiven Vermehrung der Milben. In der Folge treten Haarverlust, Pusteln und Rötungen auf, die sich später auch mit Bakterien oder Pilzen infizieren können und dann zu jucken beginnen.

Durch Ohrmilben beim Hund kommt es zu starkem Juckreiz und Ohrenentzündung. Ein Hund mit Ohrmilben wird sich also in den Ohren kratzen, den Kopf über den Boden reiben und schütteln. Die Larven der Herbstgrasmilben befallen Hunde meist im August bis Oktober und oft dort, wo Fallobst zu finden ist. Mit bloßem Auge sind sie als rote Punkte sichtbar, oft in Zwischenzehen- oder Ohrfalten. Es folgt starker Juckreiz. Das Geschehen ist unproblematisch zu behandeln.

Flöhe sind weit verbreitet, nicht wirtspezifisch und dienen als Vektor für z.B. Bandwürmer. Sie saugen Blut und können Flohspeichelallergie verursachen. Einen Flohbefall erkennt man am Juckreiz, es kommen aber auch Hautveränderungen vor. Besonders bei der Allergie entstehen diese erst durch das starke Kratzen. Flöhe sind mit bloßem Auge sichtbar, im Fell und an Schlafplätzen, etc. Der Flohkot zeigt sich in dunklen Krümeln. In Wasser aufgelöst, färbt er sich rot (unverdautes Blut), als Unterscheidung zu Schmutz, der grau bleibt.

Bei Verdacht auf einen Befall sucht auch hier bitte einen Tierarzt auf. Dieser kann genau feststellen, was eurem Schützling fehlt. Bitte checkt vor jeglicher Behandlung den Pass eurer Hunde: dort sind die bisherigen Behandlungen auch vermerkt. Kurz nach der Ankunft besteht bei den meisten Hunden noch ein vorhandener Schutz. Wir würden in jedem Fall von einer doppelten Verabreichung abraten, da dies schwere gesundheitliche Folgen für den Hund haben kann!