Update Morgan

Unser Sorgenkind Morgan aka. Muffel ist nach einer langen Reise endlich in seinem Für-Immer-Zuhause angekommen.

Der kleine Mann kam Mitte 2020 nach Deutschland auf eine Pflegestelle zu zwei tollen Damen, die sich liebevoll um ihn kümmerten. Doch bereits kurz nach seiner Ankunft zeigte der süße Flauschpopo seine Teufelshörner und leider auch immer wieder seine spitzen Zähnchen. Trotz Trainings und der Hilfe einer Hundetrainerin biss er immer wieder zu, sobald ihm etwas nicht passte. Und auch mit anderen Hunden verstand er sich ganz und gar nicht. Seine Pflegestelle zeigte sich tapfer, doch nach einiger Zeit und mehreren Bisswunden später, kamen auch sie an ihre Grenzen. Es war klar, Morgan musste auf eine erfahrene Pflegestelle. Dort machte er relativ schnell Fortschritte und konnte unter Aufsicht mit Maulkorb sogar mit im Rudel laufen. Leider konnte er dort nur eine begrenzte Zeit bleiben aufgrund umfassender Renovierungsarbeiten des Pflegestellenhauses, sodass ihn spontan die liebe Nancy vom Oesterhof aufnahm. Auch hier machte Morgan immer mehr Fortschritte und entwickelte sich zu einem tollen Begleiter. Nur noch gelegentlich zeigte er seine Beissattacken. Für Nancy und uns war jedoch ziemlich schnell klar, dass Morgan nie ein Hund wird, der normal mit in einer Familie laufen wird. Der kleine Hundemann war nicht interessiert am ständigen Kontakt zum Menschen. Er liebte es in seinem Zimmer zur Ruhe zu kommen, ausgiebige Spaziergänge zu machen, um danach in aller Ruhe wieder weiterzuschlafen. Diese begrenzte Zeit mit Menschen war für ihn völlig in Ordnung und er schien diese Zeit auch zu genießen.

Wir schauten also gar nicht mehr nach einem privaten Zuhause für das flauschige Kerlchen, sondern eher nach Gnadenhöfen, die Erfahrung im Umgang mit schwierigen Hunden haben. Nach zahlreichen Absagen, öffnete sich dann ein Türchen für Morgan: Der Gnadenhof Kirchasch war bereit ihn aufzunehmen. Dieser ist an das Tierheim und den Tierschutzverein München angebunden und wir kannten ihn schon von unserem Projekt „Vom Notspitz Zum Glücksspitz“ und hatten gute Erfahrungen gemacht. Wir stellen Morgan also vor und nach kurzer Zeit, entschieden sich die Mitarbeiter Morgan einen Lebensplatz auf dem Gnadenhof zu ermöglichen. Der Umzug stand bevor und ehrlich gesagt hatten wir alle etwas Bauchschmerzen, ob das Team wirklich mit unserem Problemfell Morgan zurechtkommen wird. Denn auch, wenn er klein und süß aussieht, er hatte es faustdick hinter den Ohren und wenn er zubiss, dann mit Verletzungsabsicht. 

Wenige Wochen später besuchte einer unserer Pflegestellen den kleinen Mann in seinem neuen Zuhause und war hellauf begeistert. Morgan hat dort einen eigenen kleinen Bereich mit einem Zugang nach draußen. Die Mitarbeiter, aber auch ehrenamtliche Gassigeher sind absolut verliebt in das kleine Sorgenkind und einer der Mitarbeiter würde ihn sogar am liebsten mit nach Hause nehmen. Morgan wird dort liebevoll umsorgt, wird mindestens zweimal täglich für große Runden in Wälder und Felder entführt und darf den sonstigen Tag in seinem eigenen, kleinen Prinzenreich verbringen. Es scheint, als würde er sich pudelwohl fühlen. Langfristig soll der Hundebub mit die Gnadenhof-Hundegruppe integriert werden und darf dann auf dem ganzen Hof frei herumlaufen. Mal schauen, wie das funktioniert.


Insgesamt sind wir froh, dass wir Morgan an den Gnadenhof übergeben haben! Es scheint, als wäre es die beste und richtige Entscheidung gewesen. Manchmal muss man seine eigenen Vorstellungen eines perfekten Hundelebens zurückstellen und zum Wohle des Hundes entscheiden. Nicht jeder Vierbeiner ist glücklich, wenn er 24/7 beim Menschen sein kann und nicht jeder Hund braucht die menschliche Nähe. Entscheidend ist es, dass der Hund glücklich ist und das wäre Morgan sicher nicht, wenn er sich immer wieder seinen Platz mit seinen Zähnchen erkämpfen muss.